Jamaica
Die erste Welle des Ska entwickelte sich Ende der Fünfziger Jahre auf Jamaika. Beeinflusst von US- amerikanischem Rhythm & Blues und von der auf Jamaika sehr populären Jazzlegende Fats Domino, entstand der spezifische Musikstil, der rhythmisch durch eine starke Betonung des Offbeat auffällt.
Die klassische Besetzung der Skabands der 1. Welle ist eine Gruppe mit Gitarre, Bass, Klavier oder Hammondorgel, Schlagzeug sowie Bläsern- vor allem Saxophon aber auch Trompete oder Posaune.
Über die Namensgebung der Musikrichtung gibt es verschiedene Legenden. Die einen sind der Meinung, dass der Name von der Band The Skatalites stammt. Die Skatalites gaben sich diesen Namen, weil sie fanden, der Begriff beschreibe das Beatmuster am besten. Eine andere Anekdote berichtet, dass während einer Jamsession mit Prince Buster ein Gitarrist eher aus Versehen den Offbeat statt des Downbeats betonte, und Buster daraufhin sagte, "Do again this Ska!".
Ska kommt nach Europa
Der Ska auf Jamaika breitete sich schnell in den verschiedenen Bevölkerungsschichten als eine Art Volksmusik aus.
Nach Europa transportiert wurde er vor allem durch die Rudeboys, die jamaikanischen Arbeiterjugendlichen, die während des Krieges zahlreich nach England immigrierten. In London wurde der Ska der Rudeboys oder "Rudies" zunächst unter dem Namen Bluebeat nach dem gleichnamigen Plattenlabel bekannt und verbreitete sich von dort aus weiter im restlichen Europa und in den USA.
Das Auftreten der Rudeboys und ihren Ska machten sich die späteren Skinheads in England zu eigen- sie vermischten modisch die Elemente der englischen Arbeiterklasse (Stiefel und Hosenträger) mit dem Musikstil und dem lässig- aggressiven Gehabe der Rudeboys.
Bekannte Ska Künstler der 1. Welle
Erwähnenswerte Musiker der 1. Ska- Welle sind außer den Skatalites und Prince Buster auch Laurel Aitken, Derrick Morgan, Desmond Dekker, The Wailers, The Maytals und Justin Hinds.
Auf Jamaika entwickelte sich aus dem Ska weiter der Rocksteady (1966); aus dem schließlich der Reggae entstand. Es heißt, dass die Musiker auf Jamaika wegen der großen Hitze im Sommer den Ska einfach gemütlicher spielen wollten, damit die Musik noch ohne große Anstrengung tanzbar war.
